Jetzt wird es auch für die Handballerinnen des TV Beyeröhde ernst. Mit der Heimpartie gegen TG Nürtingen starten die Damen um ihren neuen Trainer Martin Schwarzwald am Samstag (18.45 Uhr, Buschenburg) in den Alltag der 2. Bundesliga. „Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht“, sagte der Sportliche Leiter Stefan Müller nach der knapp viermonatigen Liga-Pause.
Damit auch der letzte Feinschliff sitzt, haben die Verantwortlichen des Bundesligisten noch ein Testspiel gegen den FC Köln organisiert. Das Ergebnis darf gegen das Spitzenteam aus der Domstadt nach einer Elf-Tore-Führung am Ende mit 30:25 als Arbeitssieg eingestuft werden. Dementsprechend gab sich Chef-Coach Schwarzwald nur bedingt zufrieden. „Bei solchen Spielen bleiben den Leuten immer die letzten 15 Minuten in Erinnerung. Das war am Ende einer sehr guten Vorbereitung sehr schade“, resümierte der 31-Jährige nach

der Partie, ohne jedoch den Stab über das Team zu brechen. Mit seiner ruhigen aber doch sehr klaren Art und positiven Ausstrahlung verbreitet der neue Mann im gesamten Umfeld des TVB einen neuen und frischen Wind. „Er verkörpert die neue Trainergeneration. Er bindet die Mannschaft mit in seine Pläne ein und korrigiert von der Bank aus sehr klar ohne dabei nur  „rumzumeckern“, lobt Stefan Müller seinen Trainer. „Es freut mich, dass meine Art bisher so gut ankommt. Allerdings lief bis dato alles überdurchschnittlich gut, und wir mussten noch keine unpopuläre Entscheidung treffen und hatten noch keine Drucksituationen zu überstehen“, schränkt der Coach dazu ein. Die aktuelle Situation sei nur als eine Momentaufnahme, die er aber natürlich möglichst aufrecht erhalten will.
Schwarzwald ist bekanntlich nicht die einzige neue Personalie beim TV Beyeröhde. Neben fünf Neuzugängen sind die Rollen auf der Bank ebenfalls neu sortiert. Dort ist neben Schwarzwald Torwarttrainerin Natalie Hagel bei den Langerfelderinnen neu dabei. Zudem muss sich Sabine Nückel nach ihrem erfolgreichen Debüt als Chefin wieder in die Co-Trainerrolle einfinden. „Das haben wir alle gemeinsam bisher super gemeistert“, lobt Schwarzwald die gute Zusammenarbeit des Funktionsteams. Dagegen ist die Namensänderung von Mandy Münch, die seit ihrer Heirat mit dem ebenfalls erfolgreichen Handballer Jens Reinarz (früher BHC, aktuell bei Krefeld in der 3. Liga) jetzt ebenfalls Reinarz heißt, nur ein eine freudige Nebensache.
Trotz aller Zeit die das Team vielleicht noch braucht, hat Wuppertals schon langjährige Nummer eins in Sachen Frauenhandball eine klare Zielvorgabe für die Saison. „Wir wollen am Ende einen Platz besser sein als in der vergangenen Saison“ sagt Schwarzwald. Dabei soll die Mannschaft, die in der Vorsaison Fünfter geworden war, ihr bekannt schnelles Spiel beibehalten, jedoch mit einer offensiven Deckung auch in der Defensive „angreifen“. Der kommende Samstag dürfte da gleich eine erste Einschätzung zulassen, wie das gelingen kann. Der TV Nürtingen ist ein echter Prüfstein. In der vergangenen Saison landete die Mannschaft aus der Region Stuttgarter sogar vor dem TVB auf Rang vier.
Einen echten Knüller für die Wuppertalerinnen hielt unterdessen die Auslosung der zweiten Runde im DHB-Pokal parat. Sie empfangen am 7. Oktober um 17 Uhr den Erstligisten und Kooperationspartner Bayer Leverkusen.
Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)