Mit einem keineswegs unverdienten 34:35 (17:19) ging die Erfolgsserie des TV Beyeröhde nach fünf Siegen in Folge am Samstagabend in der Buschenburg zu Ende. Und zwar gegen den Aufsteiger und einzigen Westrivalen TuS Lintfort, der mit diesem kaum erwarteten Auswärtserfolg die Abstiegszone verlassen hat.

Es war ein turbulentes, jederzeit spannendes Duell, bei dem der Gegner allerdings über etliche bessere Einzelspielerinnen verfügt, von denen die Älteste die 41 Jahre alte Torhüterin Nicole Hillig ist, die vor allem im ersten Durchgang jeden Beyeröhder Wurf im voraus zu ahnen schien. Allerdings konnte sie sich auf eine Deckung verlassen, die TVB-Versuche durch geschickte Blockbildung gar nicht erst in Tornähe kommen ließ. Vor allem die Münch-Zwillinge, Melina Fabisch, Natalie Adeberg und die später verletzte Marieke Köhler (es wird eine schwere Knieverletzung befürchtet) scheiterten in der ersten Halbzeit immer wieder an der aufmerksamen Gäste-Deckung. Lintfort wiederum war vielfach in der Lage, die löchrige Beyeröhder Abwehr zu überwinden, klug an den Kreis zu spielen und die einfallsreiche Tatjana van den Broek Erfolg versprechend einzusetzen, so dass weder Jennifer Weste noch Dana Centini viel zu halten hatten. Dass beide Torfrauen nicht ihren besten Tag erwischt hatten und hinter den Leistungen von Nicole Hillig zurück blieben, vervollständigte das trübe Gesamtbild. So hatte auch die hoch gewachsene 17 Jahr alte Naina Klein vielfach Gelegenheit, unbehelligt „Siebenmeter mit Anlauf“ zu praktizieren und ihre Mannschaft immer wieder in Führung zubringen. Das Bild schien sich erst zu ändern, als mit Ramona Ruthenbeck mehr Leben ins TVB-Spiel kam. Die Juniorennationalspielerin drückte aufs Tempo, ließ sich am eigenen Kreis anspielen, wagte auch mal Sprints mit Ball über das gesamte Feld und war in ihrer relativ kurzen Einsatzzeit mit acht Treffern, davon drei sicher verwandelte Siebenmeter, die effektivste Beyeröhder Spielerin. Erstaunlich wirkungslos blieben Laura Sosnierz am Kreis und auf Außen und die und auf der rechten Außenseite „verhungernde“ Jennifer Jörgens. Lediglich Michelle Stefes wusste da so zu überzeugen wie Kreisläuferin Annlena Tomlik, die aber erst in der Schlussphase aufblühte und die Erfolgshoffnungen am Leben hielt. Vergebliche Hoffnungen allerdings.„Wir haben heute Höhen und Tiefen erlebt und schließlich mit einem Tor Unterschied glücklich gewonnen“, kommentierte Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein den knappen Sieg, den die Ex-Beyeröhderin Mona Butzen jedoch als verdient bezeichnete. „Hoffentlich ist die Verletzung von Marieke Köhler nicht so gravierend“, wünschte sie der TVB-Spielerin gute Besserung. Beyeröhdes Trainerin Sabine Nückel hatte viele Fehler im Spiel ihrer Mannschaft ausgemacht und meinte: „Die Abwehr war wieder mal unser Hauptproblem. TVB: Centini/ Weste,Stallmann, Mandy Münch (4), Fabisch (5), Ruthenbeck (8/3), Sandra Münch (6/3), Stefes (4), Tomlik (3), Jörgens (1), Adebeerg, Sosnierz, Köhler (1), Klinnert (2), Heinrichs. Nächstes Spiel:21.01.2017 um 17 Uhr in der Sporthalle Zwickau-Neuplanitz: BSV Sachsen Zwickau – TV Beyeröhde.

Von Friedemann Bräuer