27:20 (13:13) gegen den Tabellenzweiten HC Rödertal. Zahlen, die dokumentieren, dass der TV Beyeröhde in der zweiten Hälfte schon eine großartige Leistung gezeigt haben muss. Und genau so war es, und Grund genug, für das Team, nach dem Abpfiff ausgelassen im Kreis auf und ab zu hüpfen und den Erfolg unter dem Jubel der anwesenden Fans zu feiern.

Ein Sieg, der vor allem auf einer nahezu perfekten Abwehrleistung- von außen lautstark dirigiert durch Torwarttrainer Martin Centini - beruht. Egal, was die internationale besetzte Angriffsreihe der Damen aus Sachsen auch abfeuerte, stets hatten Annalena Tomlik, die siebenfache Torschützin Melina Fabisch, die Münch-Zwillinge oder Natalie Adeberg eine Hand dazwischen und erleichterten den wieder guten Torhüterinnen Dana Centini und Jennifer Weste die Arbeit.
Dabei kam auch der taktische Kniff, die kleine Gegenstoß-Spezialistin Laura Sosnierz überwiegend im Angriff und die hoch gewachsene athletische Annalena Tomlik in der Deckung einzusetzen, bestens zur Geltung. Und Trainerin Sabine Nückel konnte nach dem Abpfiff völlig berechtigt von der stärksten zweiten Hälfte der gesamten Saison sprechen, merkte jedoch an, dass der Erfolg ein wenig zu komfortabel ausgefallen war. Schließlich stand es in der 55. Minute noch 22:20 für den TVB, also noch fünf Minuten Zeit für Rödertal, das Spiel zu drehen. Doch dann kamen die unwiderstehlichen Beyeröhder Konter, bei denen sich Laura Sosnierz (2), Mandy und Sandra Münch und Jennifer Jörgen in die Torschützenliste eintrugen. „Da haben wir total undiszipliniert gespielt“, hieß es von Rödertaler Seite, wo auch Grippe geschädigte Aktive als Grund ins Feld geführt wurden. Doch auch der TVB trat ohne Marieke Köhler (Kreuzband), Carolin Stallmann (Knieprobleme) und Lina Klinnert (Grippe) nicht in Bestbesetzung an und bewegte sich mit dem favorisierten Gegner zunächst 30 Minuten lang auf Augenhöhe.
Selbstbewusstsein dürfte zu Beginn der zweiten Hälfte auch gegeben haben, dass man nach den Zeitstrafen der bestens disponierten Melina Fabisch und Natalie Adeberg, eine personelle 4:6 Situation ohne Gegentor clever und aufopfernd kämpfend überstand. Glück dagegen sicher, dass die beiden Schiedsrichterinnen im Gegensatz zu ihren meisten Kollegen, bei Fouls am Kreis Vorteil und drei anschließende Tore für Beyeröhde gelten ließen und nicht abpfiffen und auf Freiwurf entschieden.
Einmal mehr zeigte sich, dass Aus- und Einwechselungen nicht mit Qualitätsverlust verbunden waren, und auch Rödertals Trainer-Vertreter Steffen Wohlrab (Karsten Moos musste wegen Grippe zuhause bleiben), bescheinigte: „Beyeröhde hat den am ausgeglichensten besetzten Kader der Liga.“

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)