Der TV Beyeröhde ist derzeit nicht aufzuhalten. Auch bei der TG Nürtingen setzten die Schützlinge von Trainerin Sabine Nückel ihre zuletzt lupenreine Auswärtsserie fort und gewannen deutlich mit 28:23 (15:13). Ein Sieg, der ihnen zumindest am Samstag den dritten Platz in der zweiten Bundesliga bescherte und einmal mehr das Ergebnis vorzüglicher Abwehrarbeit in der Schlussphase war.

  25:22 führte man vier Minuten vor Schluss, als sich die Schwäbinnen an der TVB-Deckung die Zähne ausbissen und drei Tempogegenstöße von Sandra (2) und Mandy Münch zum Endergebnis führten. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, atmete Sabine Nückel nach dem Abpfiff hörbar auf, schließlich war das Spiel von vielfach wechselnden Führungen geprägt, bei denen zwar Beyeröhde meist die Nase vorn hatte, aber nie Anlass zum Durchatmen bestand. Ein Schritt zum Sieg war sicher auch die zeitweise Umstellung auf eine 5:1 Deckung, bei der Laura Sosnierz und die auch als vierfache Torschützin auffällige Michelle Stefes die „Abfangjägerin“ gaben. Erfolgreichste Beyeröhderin war diesmal Kapitän Mandy Münch, die achtmal ins gegnerische Tor traf und auch in der Abwehr einmal mehr ein Vorbild an Einsatzwillen war.

Ohne die verletzten Torjägerinnen Marieke Köhler und Carolin Stallmann waren die Langerfelderinnen aber dennoch in der Lage, ihre Angriffe erfolgreich abzuschließen und auch mit einem positiven Ergebnis in die Pause zu gehen. Wieder erwies sich Dana Centini im Tor als zuverlässige Stütze, zumal ihre Partnerin, die junge Polizistin Jennifer Weste in der Woche bei polizeilichen Übungen am Kopf getroffen worden war und Sabine Nückel sie keinen weiteren möglichen Kopftreffern aussetzen wollte. "Beim Training hat sie schon manchen Ball an den Kopf bekommen, und jetzt auch noch in ihrem Beruf. Da war mir ihr Einsatz zu riskant"“, kommentierte die Trainerin die Dauerbeschäftigung der Junioren-Nationaltorhüterin Centini.
Eine andere Junioren-Nationalspielerin erwies sich wieder als sichere Siebenmeterschützin: Ramona Ruthenbeck, deren Verpflichtung zu Saisonbeginn man sicher als Volltreffer bezeichnen kann, ebenso wie die immer stärker werdenden Natalie Adeberg und Lina Klinnert. Standen bei den bisherigen Auswärtsspielen meist direkte Rückreisen auf dem Programm, so konnten die Siegerinnen diesmal im nahe gelegenen Stuttgart noch ein wenig feiern und dann in der baden-württembergischen Hauptstadt übernachten, ehe es heim nach Wuppertal ging.

  Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)

 


Erneut ein Aktivposten - TVB Kapitänin Mandy Münch