Ein Drama mit Happy-End für den TV Beyeröhde hatte sich am Samstagabend in der Buschenburg abgespielt, als der TVB den DJK/MJC Trier mit 34:33 (20:14) besiegt, aber zwei Minuten vor Schluss noch mit 32:33 zurück gelegen hatte. Zwei berechtigte Zeitstrafen gegen die Gäste in der 58. Spielminute und zwei Treffer von Lina Klinnert und der überragenden Ramona Ruthenbeck waren es, die dafür sorgten, dass beide Punkte in Wuppertal blieben und der TV Beyeröhde nach wie vor Dritter der 2. Bundesliga ist.

Ein hochklassiges, jederzeit spannendes Spiel auf Augenhöhe lieferten sich der Dritte und der Vierte der Tabelle, wobei die Gäste aus Rheinland-Pfalz zunächst führten, ehe es die in der Rückraummitte agierende Ramona Ruthenbeck war, die zusammen mit Mandy Münch und Laura Sosnierz erst bei 5:5 erstmals ausgleichen konnten.Mit Ramona Ruthenbeck ist zugleich die stärkste Torschützin genannt, die den wechselseitig eingesetzten Trierer Torhüterinnen mit insgesamt 13 Trefern unlösbare Rätsel aufgab, zugleich aber als Passgeberin und auch als robuste Abwehrspielerin glänzte.
Glanz verbreitete allerdings auch Natalie Adeberg, die immer mehr aufblüht und die Bälle gleichermaßen mit Wucht und Präzision siebenmal ins Trierer Tor hämmerte. „"Ich absolviere regelmäßig zusätzliches Krafttraining“," erklärte die Rückraum-„Bomberin“ ihre Wurfgewalt.
Nach anfänglichen Problemen wurden die Beyeröhderinnen immer stärker und sahen mit 20:16 zur Pause wie die deutlichen Favoritinnen im Verfolger-Duell aus. Doch nach der Pause war es eine Zeit lang vorbei mit der Treffsicherheit. Die hoch gewachsene Trierer Torhüterin Jessica Kockler wurde zu einem schier unüberwindlichen Hindernis, und auf der anderen Seite brillierte das international Ensemble mit Dora Varga, Lucia Weibelova, Angela Petrovska und Joline Müller mit raffinierten Würfen, die die mit Licht und Schatten spielenden TVB-Torfrauen Dana Centini und Jennifer Jörgens einige Male schlecht aussehen ließen. Und da die Gäste in der Wahl ihrer Mittel auch nicht zurückhaltend waren, konnte sich der TVB nicht weiter absetzen, sondern geriet vielfach in Bedrängnis.
"„Das war schon ein Kraftakt und ein hartes Stück Arbeit."“ war Trainerin Sabine Nückel nach dem Abpfiff sichtlich beeindruckt und während die meist nur durch Fouls zu stoppende Melina Fabisch gelassen meinte: „"Ich hatte nie Angst, dass das schief gehen konnte“," schmunzelte Michelle Stefes: „"Solche Spiele kennt man doch von uns.“" Ein wenig unglücklich schaute Triers Linsey Houben, die viele Jahre beim TVB gespielt hatte, nach dem Spiel drein: „"Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt.“"  

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)