Der TV Beyeröhde scheint die Saison so zu beenden, wie er sie begonnen hat: 2:8 Punkte stehen aus den letzten fünf  Begegnungen zu Buche, und gestern  Nachmittag gab es im vorletzten Saisonspiel beim schon abgestiegenen Schlusslicht TuS Lintfort ein ärgerliches 28:29 (15:17), das den TVB auf den fünften Platz zurück fallen lässt.

Der zweite Rang, den man zwischenzeitlich innehatte, hat den Schützlingen von Trainerin Sabine Nückel keinen Auftrieb verliehen. Im Gegenteil: von nun an ging`s bergab, und wenn man weiß, dass am kommenden Samstag der abstiegsbedrohte BSV Sachsen Zwickau in die Buschenburg kommt, dann spricht der Trend nicht gerade für den TVB.

In der Sporthalle Eyller Straße lief das Spiel meist auf Augenhöhe mit leichten Torvorteilen für die Gastgeberinnen, die sich offensichtlich mit einer passablen Leistung von ihren Fans verabschieden wollten. Zwar taten sich der beste Neuzugang der letzten Saison, Ramona Ruthenbeck, und Kapitän Mandy Münch mit zehn beziehungsweise acht Treffern hervor, doch ansonsten kochte der zweittorhungrigste Angriff der Liga (lediglich der Tabellen-Zehnte Hannover Badenstedt hat zwei  Treffer mehr erzielt) auf Sparflamme. „Wir haben wieder einmal schlecht geworfen“, ärgerte sich Sabine Nückel, ließ zwar anklingen, dass strittige Entscheidungen stets zu Beyeröher Lasten gingen, doch sie anerkannte, dass Lintfort einfach den größeren Siegeswillen erkennen ließ.

Der Lintforter Vorsprung, zu dem auch die früheren Beyeröhderinnen Angelika Bensch und Mona Butzen vier Treffer beigetragen hatten, wuchs im zweiten Durchgang zeitweise bis auf vier Tore, und auch einen personellen 6:4-Vorteil nach zwei Lintforter Zeitstrafen  konnten die Gäste nicht nutzen. Mandy Münch und Melina Fabisch verkürzten nach 21:25 auf 23:25 und Michelle Stefes ließ den TVB mit zwei Toren in Folge noch einmal auf 26:27 heran kommen, doch am Ende waren es die Lintforterinnen, die trotz der Rückkehr in die dritte Liga beim Schlusspfiff die Arme hochreißen konnten.

Die Westrivalinnen gehören neben dem Aufsteiger Bensheim Auerbach zu den wenigen Mannschaften, die gegen den TVB in dieser Saison vier Punkte geholt haben. Am Ende allerdings ein Muster ohne Wert.

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)