So Recht wusste bei den Handballerinnen des TV Beyeröhde nach dem Abpfiff in der Buschenburg niemand etwas mit dem Ergebnis gegen die SG Kirchhof anzufangen. War das 25:25 (15:15)-Remis gegen den bisher punktlosen Zweitliga-Aufsteiger jetzt ein Punktgewinn oder eher ein Verlust?

Beim Blick auf das Spielfeld, musste man anhand der Reaktionen nach der Partie klar davon ausgehen, dass die Beyeröhder Handballgirls das Spiel sogar verloren hätten. Denn während TVB-Trainer Martin Schwarzwald damit beschäftigt war, seine offensichtlich enttäuschten Spielerinnen zu trösten, tanzten die Gäste auf dem Wuppertaler Parkett im Kreis.
Dabei hätte man aufgrund der letzten zwei Minuten davon ausgehen können, dass die Gastgeberinnen ganz mit leeren Händen aus der Partie gehen. Denn eineinhalb Minuten vor dem Ende kassierte Beyeröhde nach einem Lattenknaller aus dem Rückraum das 24:25 und musste auch noch auf Melina Fabisch verzichten, die beim Versuch, den Gegenstoß zu verhindern, wohl umknickte und auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt.


Nach einem erneuten Scheitern im Angriff war es Dana Centini und Ramona Ruthenbeck zu verdanken, dass die Wuppertalerinnen wenigstens den einen Punkt bekamen. Centini, die besonders in der ersten Hälfte von außen mit dem Wegdrehen des Kopfes nicht immer glücklich aussah, erwies sich gerade in den Schlussminuten als ein sicherer Rückhalt. „Wir haben es ihr in der ersten Hälfte mit unserer offensiven Deckung, gegen die Kirchhof gute Lösungen hatte, nicht unbedingt leicht gemacht“, nahm Schwarzwald seine Keeperin bei der Analyse in Schutz. Allerdings ging die 6:0-Deckung auf Kosten des TVB-Tempospiels. Kirchhof ließ den TVB nie wegziehen und griff später zur „ungeliebten Taktik“ der siebten Feldspielerin. Die wäre beinahe aufgegangen, doch „Rambo“ Ruthenbeck bewies 14 Sekunden vor dem Ende Nervenstärke und verwandelte einen berechtigten Siebenmeter zum Ausgleich. Vom kämpferischen her war die Punkteteilung letztlich auch gerecht.

Erdinc-Özcan Schulz (Westdeutsche Zeitung)