Das sollte den Handballerinnen des TV Beyeröhde richtig Auftrieb geben. Bei ihrem ersten Punktspiel in der Fremde besiegten die Wuppertalerinnen am Samstag den bisherigen Tabellenführer FSG Waiblingen-Korb und stießen diesen mit dem 23:20 (11:10) von der Spitzenposition der 2. Bundesliga.

Ob die rauhe Stimme vom gesundheitlich angeschlagenen TVB-Trainer Martin Schwarzwald von der Erkältung oder dem permanent coachen auf der Bank kam, war nicht klar zu sagen, jedenfalls hatte er es mit seinem Trainerteam geschafft, die Mannschaft exakt auf die Schwaben einzustellen.
Er setzte auch im Schwabenland auf die eine Woche zuvor gegen Kirchhof nicht immer funktionierende offensive 3:2:1-Deckung und behielt damit Recht. „Die Kirchhofer hatten unsere Aufgaben taktisch anders gelöst. Trotzdem hatte die Mannschaft da auch sehr vieles gut gemacht. Das hat sie gegen Waiblingen mit ihrer konzentrierten Vorstellung bewiesen und kaum etwas zugelassen“, sah Schwarzwald sich in seine Entscheidung bestätigt. Allen voran die „bockstarke“ Torfrau Dana Centini und Luisa Knippert auf der Spitze der Deckungsformation waren in einer kämpfenden Defensive die entscheidenden Faktoren. „Was Luisa in der Deckung und Melina (Fabisch) im Angriff abgespult haben, war echt überragend“, lobte Schwarzwald seine beiden „Fußkranken“, die sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hatten und sich abwechselten.

  
   8 Treffer für den TVB: Rechtsaußen Michaela Janouskova

Mit vereinten Kräften schaffte es der TVB außerdem, dass Waiblingens Vanessa Nagler, mit 41 Treffern die Top-Werferin der Liga, nicht ein Feldtor erzielte. Im Angriff spielte sich Michaela Janouskova förmlich in einen Rausch und wurde zur besten Werferin auf dem Feld. Das sah nach den ersten Minuten noch anders aus. Die Rechtsaußen startete mit einer 1:4-Quote, ließ sich aber nicht entmutigen und wurde dafür am Ende mit acht Treffern belohnt. In der Statistik kaum auffällig, aber im Spiel eine Bank für sich, verdiente sich Mandy Reinarz Bestnoten und Sonderlob ihres Trainers: „Mandy hat ein sehr gutes und ein sehr überlegtes Spiel gemacht, in der sie immer die richtigen Entscheidungen traf.“ Mit ihrer Erfahrung sorgte sie mit dafür, dass der TVB die aktuell wohl beste Umschaltmannschaft der Liga nicht zum Zuge kommen ließ.

 

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)