Mit einem 28:28 (16:13) bei der TG Nürtingen blieb der TV Beyeröhde auch in seinem dritten Auswärtsspiel in Baden-Württemberg ohne Niederlage. Erstmals reichte es für die Beyeröhder Handballgirls allerdings nicht zum Sieg. Dank Ramona Ruthenbeck, die 30 Sekunden vor dem Ende vom Punkt cool blieb und mit ihrem sechsten Treffer zum 28:28-Endstand traf, konnte die Mannschaft von TVB-Trainer Martin Schwarzwald ein Déjà-vu der letzten Woche verhindern. Da hatten die Wuppertalerinnen unmittelbar vor dem Abpfiff das Tor zur bitteren Niederlage in Mainz kassiert.

Wie in der Vorwoche der Mainzer Trainer nahm sich Nürtingens Coach Stefan Eidt sieben Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Allerdings gelang es der Beyeröhder Defensive diesmal, den letzten Wurf zu blocken. Zuvor bekamen die Beyeröhderinnen die zwölffache Torschützin Verena Breidert viel zu selten in den Griff. „Wobei die Dame, das, was sie macht, auch sehr gut macht“, sagte Schwarzwald. Die 38-jährige Breidert ist immer noch eine Klasse für sich. Zweimal hintereinander ein Lastminute-Gegentor – das wäre sicherlich nicht gut für die Moral des TVB gewesen.

Ohnehin lagen die Wuppertalerinnen rund 50 Minuten der Partie vorne. Dass der Vorsprung, der bis zur Mitte des zweiten Durchgangs drei Treffer betrug, noch dahin schmolz, gestand der TVB-Coach seinem jungen Team zu. „Wir betreiben eine Sportart, die halt sehr fehlerbehaftet ist. Sonst würden nicht so viele Tore fallen“, begründet der 31-Jährige Übungsleiter seine Ruhe. Bei dem Remis in Nürtingen sah er sehr viel positives im Spiel seines TVB. Die Mannschaft habe sehr viel investiert und eine gute Einstellung bewiesen.

Als Konsequenz der negativen Erlebnisse der vorangegangenen Wochen verzichtete Martin Schwarzwald auf seine bisher gewohnten Spezialistenwechsel, die noch im Spiel gegen Mainz vom Gegner zu Gegentoren genutzt wurden, wobei die Langerfelderinnen sowohl im Tempo als auch in der Zuordnung keine Ruhe in ihr eigenes Spiel bekamen. Von der Ustellung profitierte gegen Nürtingen vor allem Anna-Lena Tomlik. Die Abwehrspezialistin durfte auch im Angriff länger als sonst ran und rechtfertigte die Entscheidung mit vier Treffern. Zum Sieg verhalf ihre gute Wurfausbeute dem TVB dennoch nicht.

 

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)