Spielberichte

Auch im dritten Saisonspiel mussten sich die Beyeröhder Handballgirls, wenn auch nicht ganz unerwartet, beim HC Rödertal knapp mit 28:30 geschlagen geben. Dabei zeigte sich das Team von Meike Neitsch gegenüber den Partien gegen Kleenheim und Hannover zwar leicht verbessert, offenbarte jedoch erneut Abwehr-und Abschlussschwächen, die ein besseres Ergebnis verhinderten.

Drei Niederlagen in Folge: das hat es in der Ära Meike Neitsch bisher noch nicht gegeben, stellte der kleine Beyeröhder Tross am Samstagabend nach dem 28:30 (13:14) beim HC Rödertal in der Sporthalle Großröhrsdorf im deutschen Osten deprimiert fest.

Vier Sekunden sind in der Buschenburg beim Stande von 29:29 (13:14) noch zu spielen. Freiwurf  von der Kreismitte  für Hannover-Badenstedt. Isabelle Dölle (Jahrgang 1999) steigt hoch und hämmert den Ball zum 30:29 für die Gäste in den Winkel. Überschäumender Jubel beim Aufsteiger, tiefe Depression beim TV Beyeröhde, der nach zwei Spieltagen mit null Punkten in der Abstiegszone steht, obwohl sich das Team  gegenüber den letzten Saison personell keinesfalls verschlechtert hat.

War das der geeignete Weckruf für den TV Beyeröhde? Mit 26:27 (10:17) unterlag der Vorjahres-Siebte beim Aufsteiger HSG Kleenheim und lieferte, wie das Halbzeitergebnis schon ahnen lässt, eine „unterirdische Leistung“ (Original-Ton des Vorsitzenden Norbert Koch) ab. Und da bekanntlich nichts so schlimm ist, als dass es nicht noch schlimmer kommen könnte, gab es in der 40. Spielminute sogar einen deprimierenden 14:24 Rückstand, der ein Unentschieden in unerreichbare Ferne rückte.

Doch dann kam das viel zitierte „Lichtlein“ in Gestalt von Michelle Stefes daher, die innerhalb von fünf Minuten vier Treffer erzielte und damit ein Signal gab, das die Mannschaft in die Lage versetzte, zu zeigen, was wirklich in ihr steckt. Auch Melina Fabisch traf plötzlich, kassierte aber kurz vor Schluss eine Zeitstrafe, sodass der TVB die Schlussphase  mit nur fünf Feldspielerinnen bestreiten musste. Dennoch wäre ein Punktgewinn möglich gewesen, wäre Ramona Ruthenbeck mit ihrem Gegenstoß nicht an der gegnerischen Torhüterin gescheitert.

Die erste Runde im DHB-Pokal wurde für den TV Beyeröhde zu einer gelungenen Generalprobe für den Meisterschafsauftakt in der zweiten Bundesliga am kommenden Sonntag bei der HSG Kleenheim. Mit einem klaren 42:18 Sieg beim Drittliga-Aufsteiger TSG Oberursel im Gepäck fuhr der Beyeröhder Tross am Freitagabend wieder nach Hause und hatte dabei deutlich den Klassenunterschied zwischen zweiter und dritter Liga demonstriert. „Für eine Generalprobe war das ok“, meinte Trainerin Meike Neitsch gelassen und freute sich, dass das gewünschte Tempospiel, das blitzschnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff gut gelungen war.

HSG Blomberg-Lippe heisst der verdiente Sieger des diesjährigen Vorbereitungs-Turniers des TV Beyeröhde. Die Lipperländer gewannen alle Spiele und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Für gut 250 Handballfans belegten die Gastgeber Platz 2 vor dem Überraschungsteam vom 1.FC Köln und Neu-Zweitligist TuS Lintfort. Der niederländische Erstligist Handbal Venlo kam zu keinem Sieg und musste sich mit Platz 5 begnügen.
Vor allem das Drittliga-Team aus Köln wusste während des gesamten Turniers zu gefallen und zeigte sich trotz kleinem Kader bestens aufgelegt. Die Domstädterinnen besiegten Venlo und Lintfort und waren auch gegen den TVB nur knapp mit 8:9 unterlegen.

Das war doch mal ein toller Abschluss einer starken Saison: Der TV Beyeröhde festigte mit einem verdienten 36:36 (19:18) gegen den Spitzenreiter und Bundesliga-Aufsteiger Neckarsulmer Sportunion im zweiten Jahr seiner Liga-Zugehörigkeit seinen ausgezeichneten siebten Tabellenplatz und feierte danach fröhlich mit den zahlreichen Fans in der Buschenburg.

Wenn man nach siebenstündiger Fahr mit zwei Verlustpunkten und einem recht deutlichen 20:25 (10:11) die Rückreise antritt, dann ist das schon frustrierend.

Wenn man, wie der TV Beyeröhde, ein Auswärtsspiel 26:27 (13:14) verliert, kann man wohl darüber nachdenken, weshalb man nicht mindestens einen Punkt erreicht hat. Dass es beim BSV Sachsen Zwickau nach siebenstündiger Anreise nicht zu einem Erfolg gereicht hat, ist schnell ergründet: „"Wir haben einfach zu viele Chancen freistehend vergeben.