Spielberichte

Die Teilzeitbeschäftigung bekommt der jungen Mannschaft des TV Beyeröhde nicht gut. Bei der 20:24-Niederlage gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch war dem Team von TVB-Trainer Martin Schwarzwald die zweiwöchige Zwangspause anzusehen. Während bei den Gästen die Rädchen beim Umschalten von Abwehr auf Angriff wesentlich besser ineinandergriffen, war bei den Wuppertalerinnen zu beobachten, dass der Rhythmus noch nicht stimmt.

Auch gegen die Nationalmannschaft Südkoreas überzeugten die Beyeröhder Handballgirls ihre Fans am Donnerstagabend mit ihrer temporeichen Spielweise. Trotz der 27:32 (17:16)-Niederlage im Benefizspiel für die Krebshilfe boten der Zweitligist dem Asienmeister, bei der Frauen-WM im Dezember deutscher Gruppengegner, lange die Stirn.

Einen so grandiosen Auftritt seiner jungen Damen hätte sich Martin Schwarzwald bei seinem ersten Einsatz als Chefcoach des Zweitliga-Teams des TV Beyeröhde wohl nicht träumen lassen. Seine Mannschaft brannte am Samstag beim 27:20 (18:5)-Sieg über die TG Nürtingen gleich zum Saisonstart ein Feuerwerk ab, das die rund 200 Zuschauer in der Buschenburg so begeisterte, dass sie mit Sicherheit noch länger besonders von der ersten Halbzeit der Wuppertalerinnen schwärmen werden.

„Pflicht erfüllt“, hieß es gestern nach staubedingt dreistündiger Anreise für die Handball-Damen des TV Beyeröhde in der ersten Runde des DHB-Pokals. Standesgemäß mit 46:20 (22:8) gewann der Wuppertaler Zweitligist beim rheinland-pfälzischen Oberligisten HSG Wittlich. Trainer Martin Schwarzwald freute besonders, wie konzentriert seine Mannschaft die vermeintlich leichte Aufgabe gegen den zwei Klassen tiefer angesiedelten Gegner anging.

Die Spiele hielten, was das Teilnehmerfeld zuvor versprach.

Mit 3 Zweitligisten und 2 Drittligisten war der Beyeröhde-Cup auch in diesem Jahr hochklassig und vor allem ausgeglichen besetzt und gleich im zweiten Spiel des Tages gab es die erste Überraschung. Das Team des Drittligisten setzte sich knapp mit 12:11 gegen die FSG Mainz 05/Budenheim aus der 2.Bundesliga durch. Zuvor hatte Gastgeber TV Beyeröhde bereits den ersatzgeschwächten TuS Lintfort, der nach dem erneuten Abstieg wieder in der 3.Liga antritt, mit 17:10 bezwungen. Auch Ligakonkurrent Mainz konnte mit 17:14 auf Distanz gehalten werden, bevor es einen kleinen Dämpfer für die Handballgirls gab. Gegen die HSG Hannover-Badenstedt setzte es eine unnötige 15:19 Niederlage, die TVB-Trainer Martin Schwarzwald im Anschluss so kommentierte: „Auch die Niederlage gegen Hannover war wichtig, da wir in dem Spiel erkennen mussten, dass wir mit nur 75% Abwehrleistung und Konzentration gegen einen Gegner auf Augenhöhe den Kürzeren ziehen.

Wenn auch der 6.Platz in der Abschlusstabelle des hochklassig besetzten Vorbereitungs-Turniers vielleicht etwas anderes vermuten lässt - der Wuppertaler Zweitligist präsentierte sich in Fritzlar in guter Verfassung und Trainer Martin Schwarzwald zog eine positive Bilanz: „Wichtig für war mich, dass wir gegenüber dem letzten Vorbereitungsspiel in Dortmund wieder einen Schritt nach vorne gemacht haben. Alle Spielerinnen hatten reichlich Gelegenheit, sich zu zeigen und durch die vielen Wechsel sind die reinen Ergebnisse in der Vorbereitung auch zweitranging zu betrachten.“

Selten hat der erste Auftritt des TV Beyeröhde nach der Sommerpause so viele Zuschauer in die Sporthalle Buschenburg gelockt, wie am vergangenen Mittwochabend. Knapp 100 Zuschauer wollten die neuen Handballgirls beim Testspiel gegen Drittligist HSV Gräfrath sehen – sicherlich auch weil erstmals in ihrer Karriere die Beyeröhder-Handballzwillinge Mandy Reinarz und Sunny Münch nicht für dasselbe Team aufliefen. Sunny hatte in der Sommerpause, ebenso wie Linkshänderin Leonie Heinrichs zum bergischen Nachbarn gewechselt, doch es gab noch ein weiteres „Geschwister-Duell“ zu sehen. Auch Amelie (HSV) und Luisa Knippert (TVB) standen sich nach gemeinsamer Jugendzeit bei Bayer Leverkusen erstmals auf dem Feld gegenüber und so war das erste Spiel der Handballgirls unter Coach Martin Schwarzwald schon fast so etwas wie ein Familientreffen…

Nach dem 29:34 (12:16) flossen reichlich Tränen in der Buschenburg. Freudentränen beim BSV Sachsen Zwickau, der sich mit diesem kaum erwarteten Sieg vor dem Abstieg gerettet hatte, und beim, was seine Wurfausbeute anging, abermals enttäuschenden TV Beyeröhde, weil nach den 60 Spielminuten für viele die Stunde des Abschieds aus der familiären Atmosphäre in Langerfeld schlug.

Der TV Beyeröhde scheint die Saison so zu beenden, wie er sie begonnen hat: 2:8 Punkte stehen aus den letzten fünf  Begegnungen zu Buche, und gestern  Nachmittag gab es im vorletzten Saisonspiel beim schon abgestiegenen Schlusslicht TuS Lintfort ein ärgerliches 28:29 (15:17), das den TVB auf den fünften Platz zurück fallen lässt.