Natürlich war es eine lange, aber stimmungsvolle Rückfahrt aus Zwickau, wo der TV Beyeröhde sensationell 33:21 gewonnen hatte. Ein Sieg, der sicher Selbstvertrauen gibt, ebenso wie der Erfolg bei der SG Rosengarten Ende 2016. Doch danach folgte die Enttäuschung gegen den Aufsteiger TuS Lintfort. So ein Lapsus soll jetzt am Samstag gegen die HSG Kleenheim (Sporthalle  Buschenburg um 18.45 Uhr) nicht passieren, will man vom momentan starken sechsten Tabellenplatz nicht ins Niemandsland der Liga fallen. Alle Mannschaften sind bis auf den enteilten Spitzenreiter HSG Bensheim-Auerbach relativ nahe beieinander, und dass Kleenheim derzeit nur Platz zehn ziert, hat gar nichts zu bedeuten. Kleenheim hat nämlich am vergangenen Wochenende den Tabellenzweiten HC Rödertal 22:20 besiegt und wird ebenfalls selbstbewusst in Langerfeld auftreten.

Parallelen zwischen Kleenheim und dem TVB? Beide haben mit Desiree Euler und Marieke Köhler torgefährliche Werferinnen durch Kreuzbandrisse verloren, das aber dank mannschaftlicher Geschlossenheit halbwegs verkraftet.
Kreisläuferin Sabine Nückel, die zu Jahresbeginn nach dem Rückzug von Meike Neitsch unversehens zur Chef-Trainerin befördert wurde, hat sich mit der neuen Rolle recht gut abgefunden. Obwohl es für sie jetzt ungewohnt ist, das Training zu leiten, statt selbst mitzuschwitzen. "„Es würde nichts bringen, wenn ich mittrainieren würde. Außerdem verliert man da leicht den Überblick“", so Sabine Nückel, die bis auf Marieke Köhler auf den vollzähligen Kader zurückgreifen kann und das mit Einsätzen für alle auch tut. „"Bisher bin ich gut damit gefahren“", meint sie und hofft auf weitere positive Erlebnisse auf der Trainerbank.

Friedemann Bräuer (WestdeutscheZeitung)