Durch ihren, wenn auch mühevollen Sieg gegen Gröbenzell haben sich die Zweitliga-Handballerinnen des TV Beyeröhde für den morgigen Samstag ein echtes Spitzenspiel beschert. Als Tabellenvierter treten sie dann um 19 Uhr beim Fünften FSG Mainz 05 / Bodenheim an.

Bei aller Freude über den bisher überwiegend positiven Saisonverlauf sorgt allerdings aktuell eine Personalie für Traurigkeit bei den Langerfelderinnen. Mit Mandy Reinarz verlässt die dienstälteste Spielerinin nach 15 Jahren die Handballgirls. Die 26-Jährige, geborene Münch, die seit einem Jahr mit Ex-BHC-Linksaußen Jens Reinarz verheiratet ist, wechselt im Sommer zum Drittligisten HSV Solingen Gräfrath. Dort spielt sie wieder mit ihrer Zwillingsschwester Sandra Münch zusammen.

Gemeinsam waren sie nach „Steffi“ Osenberg, die am vergangenen Sonntag ihren 50. Geburtstag feierte, die erfolgreichsten Wuppertaler Talente im Damenhandball. „Sie wird so schnell nicht zu ersetzen sein“, sagte Abteilungsleiter Stefan Müller. Die beiden „Münch-Zwillinge“ hätten den Handball bei den Langerfeldern schließlich mehr als ein Jahrzehnt geprägt. Als Trainer hatte Müller die beiden in den jüngeren Jahren auch selbst trainiert.

„Mandy ist eine Spielführerin, die gerade in Sachen Opferbereitschaft, Selbstreflexion und Trainingsfleiß das bestmögliche Vorbild für andere Spielerinnen darstellt“, hebte auch der aktuelle Trainer Martin Schwarzwald die Bedeutung von Reinarz für sein Team hervor. Er sei froh, dass er mit ihr habe arbeiten können: „In erster Linie bin ich ihr unendlich dankbar, dass sie nach Sandras Weggang noch ein Jahr drangehängt hat und mir somit bei der Integration der neuen jungen Spielerinnen, aber auch meiner eigenen Person sehr geholfen hat.“

So gerne sie jeder weiter im TVB-Trikot sehen würde, so zeigen doch alle vollstes Verständnis für die Entscheidung der Kapitänin. Der TVB-Vorsitzende Norbert Koch schaut dabei schon in Zukunft und sieht das als die Chance für andere Spielerinnen in die Bresche zu springen, und die Entwicklung des TV Beyeröhde voran zu treiben. Es ist davon auszugehen, dass bei der Verabschiedung der sympathischen Rückraumspielerin nicht wenige Tränen fließen werden. Doch vorher will die schon seit Jahren in Solingen lebende Reinarz mit Beyeröhde noch so viele Punkte holen, wie möglich. Angefangen in Mainz.

(Westdeutsche Zeitung)