Als das Spiel in der Halle Neurott in Ketsch mit dem für den TV Beyeröhde negativen Ergebnis von 25:29 (12:14) abgepfiffen wurde, da hatte man auf der Seite des TVB eine noch herbere Pleite gegen die Kurpfalz-Bären noch gerade mal abgewendet. In der 43. Minute hatte es nämlich noch 25:15 für die Gastgeberinnen geheißen, und der bisherige Tabellendritte schien der dicksten Schlappe der Saison entgegen zu steuern. 

Doch in der Schlussviertelstunde besann man sich endlich einmal wieder auf die Tugenden wie schnelles Spiel nach vorn und Konzentration in der Deckung und im Abschluss,  die die Langerfelderinnen in dieser Spielzeit schon bis auf den zweiten Platz der zweiten Bundesliga gehievt hatte. Selbstverständlich zu spät, um noch ein positives Ergebnis erzielen zu können. Dafür war vorher zu viel schief  gelaufen. Nach halbwegs ordentlichen Beginn und vielfacher Beyeröhder Führung zeigte sich vornehmlich  die Abwehr von ihrer löcherigen Seite und ließ die zeitweise eingesetzte Jennifer Weste im Tor mehrfach im Stich.
Sah es zur  Pause mit 12:14 noch halbwegs Erfolg versprechend aus, so präsentierte sich die Defensive nach dem Wiederanpfiff außer Rand und Band, kassierte vor begeistert mitgehender Kulisse („Bei diesem Krachkamen meine Anweisungen überhaupt nicht bei den Spielerinnen an“, so Sabine Nückel)  Gegentreffer am Fließband. „In dieser Phase haben wir nicht nur schlecht gespielt, sondern es kamen auch noch etliche strittige Schiedsrichterentscheidungen gegen uns dazu“, kommentierte Trainerin Sabine Nückel die Beyeröhder Misere nach dem Wiederanpfiff. Bemängelte aber auch, dass seitens der Unparteiischen ein wenig zu geizig mit Zeitstrafen für die Bärinnen  umgegangen wurde.

Neben der jungen Ex-Leverkusenerin Ruthenbeck gehörte noch Kapitän Mandy Münch mit Einsatzwillen und Zielgenauigkeit zu den wenigen Lichtblicken beim TVB, dem allmählich anzumerken ist, dass die Saison ihre Spuren hinterlassen hat. Auch das Fehlen der verletzten Schlüsselspielerinnen Marieke Köhler und Melina Fabisch macht sich bemerkbar und kann derzeit kaum aufgefangen werden.

„Im Endeffekt konnten wir noch froh sein, dass wir das Ergebnis nach diesem deprimierenden Zwischenstand noch halbwegs erträglich gestaltet haben“, zog Sabine Nückel ein halbwegs tröstliches Fazit.

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)