Erneut, und zwar zum dritten Mal in Folge, kassierte der TV Beyeröhde eine Niederlage und ist jetzt auf den sechsten Platz in der zweiten Frauen-Bundesliga abgerutscht. Gegen den Tabellenzweiten SGH Rosengarten-Buchholz gab es gestern Nachmittag in der Buschenburg ein 25:28 (15:15), wobei man den Langerfelderinnen allerdings eine erhebliche Leistungssteigerung, gegenüber der Vorwoche bescheinigen muss.

„Gut gespielt, aber wir haben uns vorne nicht belohnt, weil wir einfach schlecht geworfen haben“, brachte Trainerin Sabine Nückel es auf den Punkt. Und die diesmal ohne Torerfolg gebliebene Außen Michelle Stefes erläuterte: „Wir haben die Torhüterin regelrecht warm geschossen, und dann hat sie sich in eine Super-Form gesteigert.“
In der Tat war Mareike Vogel im Tor der „Rosengärtnerinnen“ in der Schlussphase ein wesentlicher Faktor zum Auswärtssieg in der Sporthalle Langerfeld. „Mir sind beim Abpfiff drei oder vier Steine vom Herz gefallen, denn ich wusste, wie schwer es gegeneine so schnelle und spielstarke Mannschaft wie Beyeröhde werden wird“, kommentierte SGH-Coach Steffen Birknerauch in Erinnerung an die Niederlage im Hinspiela das Geschehen und lobte seine Torhüterin: „Wenn es darauf ankommt ist sie da.“
Wovon Ramona Ruthenbeck, Mandy Münch oder Jennifer Jörgens (drei herrliche Gegenstoß-Tore) ein Lied singen können, scheiterten sie mit ihrer Vielzahl von Würfen  doch in unschöner Regelmäßigkeit an der gegnerischen Torfrau. Lediglich die neunfache Torschützin Sandra Münch hatte den richtigen Dreh heraus: Nicht nur, dass sie sich drei recht anspruchsvolle weite Abwürfe  der starken Dana Centini mit Bravour  angelte und zu Treffern nutzte, auch ihre Siebenmeter landeten im Tor.
Bei den Gästen aus dem Norden waren es im Angriff zwei Spielerinnen, die die Partie entscheidend prägten: die Holländerin Sabine Heusdens in der Rückraummitte, die mit ihren mal gewaltigen, mal gefühlvollen  Würfen  Dana Centini zehn unlösbare Rätsel aufgab und auch aufgrund ihrer überragenden Physis von der TVB-Abwehr kaum zu halten war.
Das galt auch für Kreisläuferin Evelyn Schulz, die selbst in den nicht eben filigranen Natalie Adeberg und Lina Klinnert keine körperlich ebenbürtigen Gegnerinnen fand und – einmal am Ball – kaum zu verteidigen war. Acht Treffer ging auf das Konto von Schulz, wobei man der Beyeröhde Abwehr allerdings den Vorwurf machen muss, Zuspiele auf die Kreisläuferin nicht verhindert zu haben.
Dass beim TVB von der Kreismitte kein Treffer gelang, spricht gleichfalls Bände.
Im ersten Durchgang lag der gut startende, seinen Tempohandball  spielende  TV Beyeröhde zeitweise mit fünf Treffern vorne, musste zur Pause jedoch den Ausgleich zum 15:15 hinnehmen. Auch im zweiten Durchgang gab es zeitweise Führungen, doch gerade in den letzten zehn Minuten scheiterten die meisten Angriffe, während die Gäste sich auch von einer Zeitstrafe eine Minute vor Schluss gegen Evelyn Schulz ebenso wenig vom Erfolgspfad abbringen ließen wie von der kurz vor Schluss  von Sabine Nückel angeordneten „offenen Manndeckung“. Im Gegenteil, sie nutzten die sich bietenden Lücken  zum 28:25.
Zum Zuschauen verurteilt war einmal mehr Linkshänderin Melina Fabisch, die wegen starker Einblutungen im Oberschenkel erst mal eine weitere Woche krankgeschrieben  ist und wohl auch am kommenden Spieltag nicht zum Einsatz kommen wird.
TVB: Centini/ Weste (bei einem Siebenmeter),Stallmann, Mandy Münch (5), Ruthenbeck (6/3), Sandra Münch (9/4), Stefes, Jörgens (3), Adeberg (2), Sosnierz, Klinnert, Heinrichs.
Nächstes Spiel: Samstag, 6. Mai Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule in Mainz: Mainz 05/ Budenheim – TV Beyeröhde (Beginn 19.30 Uhr)


FriedemannBräuer (Westdeutsche Zeitung)