Der Negativtrend aus dem launischen April ist gestoppt; der TV Beyeröhde gewann am Samstagabend in einem bis zur Schlusssirene spannenden Spiel bei der FSG Mainz 05/ Budenheim 24:23 (12:13) und hat sich am drittletzten Spieltag  jetzt wieder auf den vierten  Platz der 2. Frauenbundesliga vorgekämpft. Und zwar aufgrund des besseren Torverhältnisses  gegenüber dem punktgleichen HC Rödertal. Der TVB hat nämlich als einziges Team der Liga schon mehr als 800 Treffer erzielt, obwohl es auch in Mainz wieder einige ausgelassene Chancen zu registrieren gab.

Den Löwenanteil der Torerfolge in der Halle der Wirtschaftsschule hatte wieder Ramona Ruthenbeck, die auf acht, davon drei verwandelte Siebenmeter,  kam und vor allem in der Anfangsphase des Spiels von den Mainzerinnen kaum zu stoppen war. Diese Spielmomente sahen eine mehrfach wechselnde Führung, doch es war den Beyeröhderinnen deutlich anzumerken, dass sie nach vier sieglosen Spielen endlich wieder Zählbares mit  nach Hause bringen wollten. „Der Einsatz von allen eingesetzten Spielerinnen stimmte“, lobte Trainerin Sabine Nückel, die zunächst mit einer 5:1, später mit einer 3-2-1-Deckungoperieren ließ und in der zweiten Hälfte damit beim Gegner für Verwirrung sorgte. War Mainz  nach 11:11 Zwischenstand im zweiten Durchgang auf 15:12 davon gezogen, so stellte Kapitän Mandy Münch später mit 17:17 erstmals nach längerer Zeit wieder den Ausgleich her, dem Michelle Stefes dann die 18:17 Führung folgen ließ. Die fünffache Torschützin Michelle Stefes hatte übrigens ebenso wie Laura Sosnierz als „Abfangjägerin“ vor der Deckung wichtige Abwehrqualitäten gezeigt. Nach dem 18:17 waren es weiterhin die Gäste, die nach zwischenzeitlichen Ausgleichstreffern in Führung gingen. So beispielsweise  durch Sandra Münch oder Jennifer Jörgens.

In der Mitte der zweiten Hälfte dann sogar ein 23:19 Vorsprung, der in den letzten zehn Minuten  jedoch dann wieder zusammen schmolz. „Da haben wir am Schluss auch mal richtig Glück gehabt“, gestand Sabine Nückel. Und mit Dana Centini eine Klasse-Torfrau, die in der letzten Minute noch eine tolle Reaktion zeigte und damit den knappen Sieg festhielt. Dana Centini hatte die ebenfalls starke Jennifer Weste im Tor abgelöst, nachdem die blonde Ex-Dortmunderin  wieder einmal einen Kopftreffer kassiert hatte. Hatten im Hinspiel Selina Adeberg fünf für Mainz und Natalie Adeberg vier Treffer für den TV Beyeröhde erzielt, so hielten sich beide Schwestern diesmal höchst bescheiden zurück und blieben beide torlos.

Das nahm an beim TV Beyeröhde allerdings nur als Randnotiz zur Kenntnis. „Ich hoffe, dass wie die Talsohle mit 1:7 Punkten  aus den vier Spielen zuvor durchschritten haben“, meinte Sabine Nückel, bevor man gut gelaunt die Heimreise aus Rheinland-Pfalz antrat. Mit dabei auch die zuletzt wochenlang verletzte Melina Fabisch, die aber, nachdem sie erst am Freitag wieder gesundgeschrieben worden war, vorsichtshalber nicht zu einem Einsatz kam.

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)