Wie vor 14 Tagen erreichten die Beyeröhder Handballgirls am Samstag in eigener Halle ein Unentschieden gegen einen Aufsteiger. Wie gegen Kirchhof endete auch die Begegnung gegen die Füchse Berlin mit 25:25 (11:10) mit exakt demselben Ergebnis. Im Gegensatz zum Spiel gegen Kirchhof waren sich in der Halle Buschenburg allerdings alle Sympathisanten und Verantwortlichen des TV Beyeröhde einig, dass dieses Remis gegen die Spreefüxxe, sich wie eine Niederlage anfühlte.

„Dieser Punktverlust fuchst mich ungemein“, machte TVB-Trainer Martin Schwarzwald aus seiner Enttäuschung kein Hehl. Hatten die Gäste doch genauso gespielt wie die Wuppertalerinnen das erwartet und sich darauf eingestellt habe. „Wir müssen uns eingestehen, dass wir heute in der Summe für die Ziele, die wir haben und unsere Ansprüche nicht gut genug waren“, erklärte Schwarzwald, der nach dem Abpfiff zunächst an der frischen Luft durchschnaufen musste. Drei Minuten vor dem Ende noch mit zwei Toren vorne gelegen. Seine Mannschaft gab in der Endphase eine durch einen Zwischenspurt herausgeworfene 25:23-Führung, den Pia Adams nach 57 Minuten mit ihrem dritten Tor erzielte, unnötig aus der Hand. Die Berlinerinnen kamen auch in den letzten drei Minuten – wie zuvor das ganze Spiel über – mit einfachsten Mitteln zu ihren Treffern. Die TVB-Defensive, die in der vergangenen Woche noch der entscheidende Faktor gewesen war, um den Spitzenreiter Waiblingen zu stürzen, war nicht wieder zuerkennen und fand keine Lösungen gegen die Berliner Angriffe.

Als dann auch die anfangs gewohnt stark haltende Dana Centini einige Male unglücklich aussah, konnten die Hausherrinnen nicht mal in Überzahl die Gegentreffer zum Ausgleich verhindern. Die Dramatik wäre den etwas über 200 Zuschauern erspart geblieben, wenn die Langerfelderinnen nach dem guten Start, den sie mit 5:1 (13.) erwischten, ihre Linie beibehalten hätten, oder am Ende, als es hin und her ging, ihre Chancen besser genutzt hätten.  Allerdings vergaß der Beyeröhder Rückraum im Angriff beim Versuch, die Außen freizuspielen, oftmals, selbst Druck zu entwickeln. Statt das gebundene Spiel der Berliner zu zerstören, vernachlässigten Melina Fabisch und Co. die eigene Gefährlichkeit und den Grundsatz, dass die eigene freie Wurfchance immer Vorrang hat. So konnten die Berliner mit dem Punktgewinn wesentlich besser leben als der TVB.

„Der Trainer hat uns vorher so darauf vorbereitet, dass es heute sehr schwer werden würde“ verriet Berlins Ex-Beyeröhderin Binaca Trumpf, die sich neben dem Punkt auch darüber freute, viele alte Bekannte, die auch wegen ihr gekommen waren, zu sehen. „Es ist so, als wenn ich gerade mal zwei Monate weg wäre“, erklärte die Linkshänderin, die in Wuppertal zu einer Bundesligaspielerin reifte. Der Punktgewinn war für sie persönlich das beste Ergebnis.

 

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)