Mit der 32:35 (14:14)-Niederlage gegen den SV Union Halle-Neustadt verpassten die Handballerinnen des TV Beyeröhde den Sprung auf den dritten Platz der 2. Bundesliga. In der gut gefüllten Halle Buschenburg konnte die Mannschaft von Martin Schwarzwald zu keiner Zeit zu der Abgeklärtheit und Ruhe der letzten Partien finden und ließ sich in einem immer zerfahreneren Spiel die Butter vom Brot nehmen.

Auch wenn die Beyeröhder Handballgirls auf dem ersten Blick das Spiel nach ihrer 30:29-Führung (53.) mit technischen Fehlern und zwei klar vergebenen Chancen aus der Hand gegeben hatten, wusste Schwarzwald, woran die Niederlage festzumachen ist. „Wenn wir 32 Tore werfen, was für einen Sieg immer reichen sollte, brauchen wir die Fehler nicht im Angriff zu suchen“, analysierte der Coach folgerichtig und gab sich dabei durchaus selbstkritisch, warum der Matchplan, den rechten Rückraum auszuschalten, zwar aufging, dafür es aber nur bedingt gelang, den linken Rückraum in den Griff zu bekommen, während die beiden Mittelspielerinnen von Halle zu viele Freiheiten hatten. „Bei 35 kassierten Treffern müssen wir uns alle, inklusive mir, Gedanken machen, was wir in der Abwehr alles falsch gemacht haben.“ Das dürfte nicht ganz leicht fallen. Immer wenn eine Spielerin ihre Fehler erkannte und korrigierte, machte sich eine neue „Baustelle“ auf.

Die Beyeröhderinnen bemerkten schnell, dass die Gäste an diesem Abend auf Rückzugsverhalten ebenfalls keinen besonderen Wert legten. Beyeröhdes Ramona Ruthenbeck konnte die Lücken in der gegnerischen Abwehr am besten nutzen. Neben acht Feldtoren behielt „Rambo“ auch bei ihren neun Würfen vom Punkt die Nerven und war insgesamt mit 17 Treffern nicht nur für Hallensprecher Frank Ekhoff der „Stern des Abends“.

Ramona Ruthenbeck steuerte 17 Treffer bei – doch das reichte gegen Halle-Neustadt nicht.

17 Treffer der starken Ramona Ruthenbeck reichten dem TVB nicht zum Sieg

„Klar freue ich mich über die 17 Tore in einem Spiel, aber lieber wäre mir, wenn wir die Punkte hierbehalten hätten“, sagte die Junioren-WM-Teilnehmerin und ließ deutlich erkennen, dass die Trauer wegen der verlorenen Punkte bei ihr überwiegt. Aus dem gebundenen Spiel heraus wusste neben Ruthenbeck auch Pia Adams, ebenfalls mit acht zumeist aus der zweiten Reihe genau in den Winkel „gezimmerten“ Feldtoren (dazu noch ein 7-Meter) zu überzeugen. Als Team jedoch gewann von zwei schwachen Abwehrreihen diejenige, die am Ende weniger Fehler machte. Und da zeigten die Ostdeutschen sich routinierter als der TVB, für den es am 9. Dezember auf dem Damen-WM-Parkett in Trier weitergeht.

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)