Mit dem 31:31 (18:17)-Remis im Nachholspiel des zweiten Spieltages bei DJK/MJC Trier verpassten die Zweiliga-Handballerinnen des TV Beyeröhde zwar doppelt zu punkten, konnten sich aber mit dem dritten Unentschieden der Saison die Führung in der Wertung der Remis-Königinnen zurückerobern. Zehn Sekunden vor dem Ende landete ein vom eigenen Kreis aus geworfener Ball von Pia Adams am Pfosten des leeren Tores der Trierer Miezen, die bei ihrem letzten Angriff mit der Variante der siebten Feldspielerin agiert hatten.

„Das wäre sehr schön gewesen. Aber am Ende war es glaube ich ein leistungsgerechtes Ergebnis“, sagte Beyeröhdes Abteilungsleiter Stefan Müller. In der gespenstisch leeren, riesigen Trierer Arena, in der bis am Abend vor der dem 2.Bundesliga-Duell noch Gruppenspiele der Weltmeisterschaft stattgefunden hatten, bekam die kleine Fangemeinde der Beyeröhder Handballgirls plötzlichen Zuwachs von der Verwandtschaft von Trainers Martin Schwarzwald. „Meine Mutter kommt aus Wittlich. Daher haben wir die Gelegenheit zum Familientreffen genutzt“, freute sich der TVB-Coach über rund 20 Familienangehörige, die seine Mannschaft vor Ort unterstützten.

Die insgesamt rund 340 Besucher bekamen kein schönes, aber immer ein spannendes Spiel zu sehen. Statt eines rassigen Spiels, wie es das Ergebnis hätte vermuten lassen, boten beide Mannschaften eine recht zerfahrene Partie. „Wir hatten einfach zu viele Fehler und haben uns damit in vielen Situationen selbst geschlagen“, analysierte Schwarzwald. Trotzdem waren die Wuppertalerinnen, die vier Minuten vor dem Ende mit 30:28 in Front lagen, dem Sieg am Ende wesentlich näher als ihre Gastgeberinnen. Doch zwei Hinausstellungen binnen 30 Sekunden für Luisa Knippert und Anna Lena Tomlik ließ die Miezen nicht nur zum Ausgleich kommen, sondern auch mit einem Tor in Führung gehen. Ramona Ruthenbeck zeichnete sich im Angriff als genauso wertvoll aus, wie Tomlik in der Deckungsformation, und erzielte mit ihrem neunten Treffer das 31:31-Endergebnis (59.).

Trier setzte mit der siebten Feldspielerin in den letzten 30 Sekunden alles auf eine Karte und holte die Torhüterin zugunsten der siebten Feldspielerin auf die Bank. Die 21-Jährige Pia Adams hätte den Triers Trainer Andy Palm, der in den letzten Sekunden noch ein Foulspiel sah und einen Strafwurf zugesprochen haben wollte, fast noch bestraft. Doch das wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

 

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)