In der 37. Spielminute beim Spielstand von 21:13 zu Gunsten der Heimmannschaft von Werder Bremen, war der TVB Wuppertal eigentlich schon klinisch tot und kaum einer der vielen mitgereisten Anhänger hätte noch mit der Wende zu Gunsten des Tabellen-Vierten gerechnet.

Zuvor hatte der gastgebende SV Werder über 40 Minuten lang nahezu fehlerfrei gespielt und mit einer aggressiven Abwehr auf der einen, und gekonnt vorgetragenen Angriffen auf der anderen Seite, den Handballgirls kaum eine Chance gelassen.

Dies bestätigte im Anschluss auch Werder-Coach Dominic Buttig, der seine Mannschaft in dieser Phase bei über 100% ihrer Leistungsfähigkeit sah. Martin Schwarzwald auf TVB-Seite musste mit ansehen, wie seine Mädels in der Deckung zeitweise vorgeführt wurden und auch im Angriff hinter den Erwartungen blieben. Zumeist war es Pia Adams, die beim TVB die Initiative ergriff und immer wieder mit Einzelaktionen die Werder-Abwehr überwinden konnte. Die anderen Handballgirls blieben weitestgehend blass und scheiterten nicht zuletzt, allzu oft an der starken Bremer Torfrau, so dass  der 11:17 Halbzeitstand aus Beyeröhder Sicht nichts Gutes erahnen ließ.

Auch nach Wiederanpfiff schien zunächst keine Besserung in Sicht und es bedurfte schon eines besonderen Ereignisses um den Schalter bei den Handballgirls umzulegen. Ausgerechnet eine der besten der vergangenen Wochen, Luisa Knippert, leistete sich einen groben Fauxpas, der aber letztlich vielleicht auch die Wende herbeiführte. Die junge Remscheiderin stürmte nach nur einer Minute ihrer 2.Zeitstrafe plötzlich auf das Spielfeld und sah in der Folge die Rote Karte. Todunglücklich nahm sie im Anschluss auf der Tribüne bei Ihrer Familie und den Beyeröhder Fans Platz. Anders als erwartet war dies jedoch nicht der Todesstoß für die Handballgirls. Plötzlich drehten Stefes, Heldmann und Co. auf – gleichermaßen schwanden bei Werder so langsam auch die Kräfte und die Hansestädterinnen bekamen zunehmend „Nervenflattern“. Die TVB-Defensive war nun hellwach, und auch Natascha Krückemeier, die in dieser Phase im TVB-Gehäuse stand, lief zu Hochform auf und konnte einige „100%ige“ wegnehmen. In der 57. Spielminute zogen die Handballgirls erstmals überhaupt in diesem Spiel gleich, mussten im Anschluss jedoch einen erneuten Gegentreffer des SVW hinnehmen. Am Ende reichte es dann noch zum 28:28 Remis. Michelle Stefes setzte mit ihrem 6.Treffer den Schlusspunkt - angesichts des Spielverlaufs, ein gefühlter Sieg für die Handballgirls.

 

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