Die 23:29 (12:16)-Niederlage im Derby gegen die Bergischen Nachbarn HSV Gräfrath zeigt wohin wohl die Reise der Handballerinnen des TVB Wuppertal in dieser 2. Bundesliga gehen wird. Auf nichts anderes als Abstiegskampf müssen sich die Fans der Handballgirls einstellen. Gegen die ohne die kurzfristig ausgefallene Melina Fabisch angereisten Solingerinnen konnten die Gastgeberinnen nur solange auf Augenhöhe spielen, wie die Truppe um die Ex-Beyeröhderin Mandy Reinarz selbst ihre offensichtliche Nervosität nicht ablegte.

Weil Dana Centini und ihre Vorderleute auch geduldige Angriffe spielten und auf ihre Chancen warteten, blieb die Partie bis zum 8:8 ausgeglichen (17.). Auch von der ersten Drei-Tore-Führung der Gäste ließ sich die Mannschaft von Neutrainer Dominik Schlechter zunächst nicht aus der Ruhe bringen und konnte bis zum 10:11 aufschließen. Anna Lena Bergmann konnte anschließend sogar erneut zum 12:12(25.) ausgleichen. Doch dann bekamen die Wuppertalerinnen aufgezeigt, dass sie sich auf diesem Niveau kaum Fehler erlauben können, ohne dafür bestraft werden. So kassierten Michelle Stefes und ihre Mitspielerinnen, die ihre Deckung beim Überzahlspiel von auf 6:0 auf 1:5 offene Manndeckung umstellten, gleich zwei Gegentreffer. Bei diversen Testspielen hatte die Maßnahme durchaus zu guten Ballgewinnen geführt.

In der Pause hatte HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler ihrem Team wohl die richtigen Tipps mit auf den Weg gegeben. Die ehrgeizige Trainerin schien ihre Spielerinnen auf die Achillesferse des TVB – den Deckungsverband -  hingewiesen zu haben. Immer wieder spielte Solingen geduldig durch und kam letztlich immer einfacher zu Treffern. Einzig Ramona Ruthenbeck schien ihr unbekümmertes Spiel durchzusetzen. Egal, ob aus dem  Spiel heraus oder vom Punkt - „Rambo“ schaffte, wie keine andere aus ihrem Team, ihre Ex-Torhüterin Natascha Krückemeier im Solinger Tor zu überlisten. Mit 14 Treffen war Ruthenbeck mit Abstand die beste Werferin beim TVB.

„Wir hatten uns viel vorgenommen, haben aber alle miteinander nicht das abrufen können, was wir uns wünschen. Daraus müssen wir schnell lernen. Sonst werden wir nicht oft um Siege spielen können“, sagte Schlechter, der glaubt, dass jeder für sich Lehren aus der Partie ziehen kann. Positiv muss man aber erwähnen, dass die Moral und die Stimmung in der Mannschaft intakt zu sein scheint. Auch bei einem zwischenzeitlichen 21:28-Rückstand ließen die Handballgirls sich nicht entmutigen und feierten gemeinsam jedes Tor, das Ihnen gelang. Wenn sich die Handballgirls jetzt noch an die rauhe Bundesligaluft gewöhnen, könnte es in der Buschenburg in der Tat dann auch wieder Siege geben.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok