Auch wenn es am Ende eine 30:31 (14:15) Niederlage für den Aufsteiger TV Beyeröhde gegen den verlustpunktfreien BSV Sachsen Zwickau gegeben hatte, dürfte keiner der Zuschauer unzufrieden aus der Buschenburg nach Hause gegangen sein.

Hatte man doch 60 Minuten Klassehandball und Dramatik pur gesehen und einen TVB, der sich augenscheinlich in der 2. Bundesliga etabliert haben dürfte. Die Gäste aus Sachsen atmeten mit dem Schlusspfiff hörbar auf und stürzten sich jubelnd auf ihre Torhüterin, die hoch gewachsene Nele Kurzke, die acht Sekunden vor Schluss mit ihrem vierten parierten Siebenmeter (Mandy Münch war zuvor brutal gefoult worden) den denkbar knappen Sieg festgehalten hatte. Sieben Strafwürfe für den TVB, vier gehalten, einer drüber und nur zwei verwandelt. Sicher ein gewichtiger Grund, weshalb beide Punkte entführt wurden. Doch Zwickau stellte sich als das beste Gäste-Team der letzten Jahre vor, stand vor seiner Klasse-Keeperin sicher in der Deckung und hatte im durch zahlreiche Osteuropäerinnen verstärkten Kader die Qualität, die einen Aufstiegskandidaten ausmachen.
Doch Beyeröhde hielt energisch dagegen, lag zwar meist zurück, doch auch nach einem 17:22 Rückstand zeigte man Kampfgeist und spielerische Klasse genug, um wieder heran zu kommen. Das war unter anderem auch das Verdienst von Marieke Köhler, die förmlich explodierte und erstmals in ihrer Laufbahn zehn Treffer in der 2. Liga erzielte. Aber auch Michelle Stefes hatte es auf sieben Torerfolge gebracht und war vor allem brandgefährlich als sie ihre Dynamik auf Linksaußen einsetzen konnte. „Ich kann niemandem in meiner Mannschaft einen Vorwurf machen“, zeigt sich Meike Neitsch nach dem Spiel nicht unzufrieden. „Auch wenn manches besser hätte klappen können“, womit sie auch die verworfenen Siebenmeter meinte, wusste aber: „Mit jedem gehaltenen Wurf steigt der Druck auf die Schützin.“
Zwickaus Vertreter des nur wenig deutsch sprechenden Trainerin Jidci Tancos, Volkmar Sesselmann lobte auch den TV Beyeröhde: „Ich sehe die Mannschaft zum Ende der Saison im Mittelfeld.“ Viel Lob für die Beyeröhderinnen gab es auch von den begeistert zuschauenden Basketball-Damen des Barmer TV und den Fußballerinnen des VfL Bochum, die sich zukünftig in weiblicher Solidarität gegenseitig unterstützen wollen.

 

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)

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