Das hatten sich wohl Mannschaft, Trainerin und die rund 200 Zuschauer in der Buschenburg leichter vorgestellt: lediglich mit 23:21 (13:19) besiegte der TV Beyeröhde den sich tapfer wehrenden Abstiegskandidaten und Tabellen-Vorletzten SV Allensbach. Und nach der turbulenten Schlussphase, in der die Mannschaft vom Bodensee schon auf 20:20 ausgeglichen hatte, konnte man allen im Beyeröhder Team die große Erleichterung ansehen. Erst mit dem Schlusspfiff hatte Sandra Münch das 23:21 erzielt.


„"Wir sind doch im Moment gar nicht vom Abstieg bedroht, und trotzdem haben uns vor allem im Abschluss die Nerven geflattert"“, schüttelte Trainerin Meike Neitsch den Kopf, und Abteilungsleiter Stefan Müller hatte die psychologische Erklärung: „"Die Tatsache, dass es ein Vier-Punkte-Spiel war, war für uns wie ein Klotz am Bein.“"
Ein ziemlich dicker, wie der Spielverlauf zeigte, denn auch ein Vier-Tore-Vorsprung wie beim 18:14 im zweiten Durchgang reichte nicht aus, um mehr Ruhe ins Spiel zu bringen.
Da konnte man schon froh sein, dass Bernadett Steller und in der Schlussphase Dana Centini etliche Glanzparaden (drei von fünf Siebenmetern wurden pariert) zeigten und den Vorsprung ebenso fest hielten wie das 20:20, das alle schon Böses ahnen ließ. Doch dann erwies sich Michelle Stefes, die vorher etliche Male an der großartigen Allensbacher Torhüterin Steffi Neumann gescheitert war, als nervenstark genug, das 21:20 mit einem brillanten Trickwurf zu markieren. Tragisch für Neumann, dass ihr der Ball nach einem harten Wurf von Sabine Nückel an die Querlatte gegen den Fuß prallte und zum 22:20 ins Tor kullerte.
„Hauptsache zwei Punkte“, hieß es später im Beyeröhder Lager, und selbst die Gäste gewannen dem Spiel noch etwas Positives ab: „Heute haben wir wenigstens mal gut gespielt“, meinte Nadja Greinert, ehe es auf die siebeneinhalbstündige Rückreise ging.“

Bereits am kommenden Samstag steht für den TVB das nächste Heimspiel auf dem Programm. Gegen den Tabellen-Fünften, die HSG Bensheim-Auerbach ist Beyeröhde dann jedoch in der Außenseiter-Rolle und steht nicht unter Zugzwang.

 

(Friedemann Bräuer: Westdeutsche Zeitung)

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok