Spielberichte

Bedauerlicherweise –aus Beyeröhder Sicht –dauert ein Handballspiel 60 und nicht 50 Minuten. Sonst wäre der TVB gegen den bisher verlustpunktfreien Spitzenreiter HSG Bensheim Auerbach womöglich als Sieger vom Platz gegangen. Doch so gab es nach einer Stunde Spielzeit eine 20:24 (12:12) Niederlage in einem rassigen, aber auch von etlichen Fehlern geprägten Spiel, die die Langerfelderinnen wieder auf einen Abstiegsrang stürzte.

Starker Auftritt in Halle: Neuzugang Natalie Adeberg

 

„Hurra, wir leben noch“, diesen Hit von Milva nach dem gleichnamigen Roman von Simmel konnten die Beyeröhderinnen nach ihrem unerwarteten 31:30 (11:13) Erfolg in Halle/ Saale anstimmen.

Vierte Niederlage im fünften Spiel, das macht 2:8 Punkte und natürlich die Abstiegszone in der 2. Bundesliga. Das ist die bisherigen Bilanz des TV Beyeröhde, der sich auch beim TSV Haunstetten mit 22:26 (8:10) geschlagen geben musste. In der Albert-Loderer-Sporthalle in Augsburg präsentierte der TVB zunächst eine kompakte Deckung in einem ausgeglichenen Spiel, bei dem die Führung bis zum 8:8 ständig wechselte und der Halbzeitstand von 8:10 durchaus zu Hoffnungen berechtigte.

Endlich sind sie da, die ersten beiden Meisterschafts-Punkte. In einem äußerst abwechslungsreichen Spiel besiegte der TV Beyeröhde die TG Nürtingen mit 32:27 (14:13) und klettert damit ein wenig in der Tabelle, ohne jedoch die Abstiegsplätze zu verlassen. Aber allmählich kehrt auch die Treffsicherheit wieder zurück, wobei Jennifer Jörgens auf Linksaußen mit zehn Torerfolgen wieder einmal bewies, dass sie auf ihrer Position zum Besten der Liga zählt.

War das die Wende? Der TV Beyeröhde trumpfte im DHB-Pokal gegen den Liga-Konkurrenten BSV Sachsen Zwickau mit 35:29 (20:14) auf wie noch nie in dieser Saison und erreichte teilweise in bestechender Form das Achtelfinale. Vornehmlich von der zuletzt so beklagten Wurfschwäche war kaum etwas zu spüren.

Auch im dritten Saisonspiel mussten sich die Beyeröhder Handballgirls, wenn auch nicht ganz unerwartet, beim HC Rödertal knapp mit 28:30 geschlagen geben. Dabei zeigte sich das Team von Meike Neitsch gegenüber den Partien gegen Kleenheim und Hannover zwar leicht verbessert, offenbarte jedoch erneut Abwehr-und Abschlussschwächen, die ein besseres Ergebnis verhinderten.

Drei Niederlagen in Folge: das hat es in der Ära Meike Neitsch bisher noch nicht gegeben, stellte der kleine Beyeröhder Tross am Samstagabend nach dem 28:30 (13:14) beim HC Rödertal in der Sporthalle Großröhrsdorf im deutschen Osten deprimiert fest.

Vier Sekunden sind in der Buschenburg beim Stande von 29:29 (13:14) noch zu spielen. Freiwurf  von der Kreismitte  für Hannover-Badenstedt. Isabelle Dölle (Jahrgang 1999) steigt hoch und hämmert den Ball zum 30:29 für die Gäste in den Winkel. Überschäumender Jubel beim Aufsteiger, tiefe Depression beim TV Beyeröhde, der nach zwei Spieltagen mit null Punkten in der Abstiegszone steht, obwohl sich das Team  gegenüber den letzten Saison personell keinesfalls verschlechtert hat.

War das der geeignete Weckruf für den TV Beyeröhde? Mit 26:27 (10:17) unterlag der Vorjahres-Siebte beim Aufsteiger HSG Kleenheim und lieferte, wie das Halbzeitergebnis schon ahnen lässt, eine „unterirdische Leistung“ (Original-Ton des Vorsitzenden Norbert Koch) ab. Und da bekanntlich nichts so schlimm ist, als dass es nicht noch schlimmer kommen könnte, gab es in der 40. Spielminute sogar einen deprimierenden 14:24 Rückstand, der ein Unentschieden in unerreichbare Ferne rückte.

Doch dann kam das viel zitierte „Lichtlein“ in Gestalt von Michelle Stefes daher, die innerhalb von fünf Minuten vier Treffer erzielte und damit ein Signal gab, das die Mannschaft in die Lage versetzte, zu zeigen, was wirklich in ihr steckt. Auch Melina Fabisch traf plötzlich, kassierte aber kurz vor Schluss eine Zeitstrafe, sodass der TVB die Schlussphase  mit nur fünf Feldspielerinnen bestreiten musste. Dennoch wäre ein Punktgewinn möglich gewesen, wäre Ramona Ruthenbeck mit ihrem Gegenstoß nicht an der gegnerischen Torhüterin gescheitert.

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