Den verdienten Lohn ihrer unbändigen Moral und Aufholjagd bekamen die mit ausgedünntem Kader angetretenen Handballgirls des TVB Wuppertal bei der 28:29 (9:13)-Niederlage des TVB Wuppertal gegen ESV Regensburg nicht.

Die Begegnung gegen die favorisierten Aufsteigerinnen, die aufgrund des Jugend-Ländervergleichs, den der TVB Wuppertal gemeinsam mit dem Handballverband Niederrhein in der Halle Süd organisierte, und deshalb auch die Begegnung gegen Regensburg dorthin verlegte, entwickelte sich am Ende zu einem Krimi ohne ein Happy End.

Nach einer unglücklichen ersten Halbzeit konnte TVB-Trainer Dominik Schlechter seinem Team in der Pause offensichtlich die richtigen Tipps auf dem Weg gegeben. Nachdem Regensburg zweimal das Heranpirschen des TVB verhindern konnte, bekam Jule Kürten Sekunden vor dem Abpfiff einen Strafwurf zugesprochen. Co Kapitänin Stefes, die zuvor fünfmal sicher verwandelt hatte, trat an und scheiterte neben dem linken Pfosten, womöglich auch an ihren Nerven. Einen Vorwurf wollte der Allrounderin, die neben Kürten und der vor allem in der Schlussphase auftrumpfenden TVB-Torhüterin Dana Centini beste Spielerin auf dem Feld war, niemand machen.  Wäre ohne „Michi“ das Spiel doch erst gar nicht so spannend geworden.

„Ich hätte der Mannschaft den Punkt so sehr gegönnt. Natürlich tut es jetzt gerade sehr weh. Aber die Mannschaft sieht auch, dass wir, wenn wir zusammenhalten und alle wieder gesund sind gegen jeden Gegner mithalten und die nötigen, wichtigen Punkte holen können“, sagte Stefes, die sich nachdem sie ihre Tränen trocknen ließ, kämpferisch gab. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn die neben den Langzeitverletzten auch ohne Hannah Wagner (Quarantäne), Nika Matavs (Verletzt) und Leonie Schmitz (Polizeidienst) an getretenen Langerfelderinnen gegen die Regensburgerinnen um die gebürtige Wuppertalerin Anna Fuhrmann ihren Respekt etwas früher abgelegt hätten. „Natürlich hätten wir aufgrund der letzten 25 Minuten den Punkt verdient, weil wir das gemacht haben, was wir uns vorgenommen hatten. Allerdings haben wir es auch 35 Minuten nicht getan. Dass bei so einer Aufholjagd Fehler passieren, die uns dann wehtun, müssen wir akzeptieren. Das ist dann auch mal Qualitäts- und Erfahrungsfrage. Wobei die Frage ist, ob die Mädels so viel derlei Erfahrung auf einmal haben müssen“, analysierte ein sehr gefasster TVB-Coach Dominik Schlechter mit Blick auf die dünne Personaldecke.

(Erdinc Özcan-Schulz-Alles Handball / TVB)

 

 

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